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Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt.Ludwig Wittgenstein
 

Das Ziel

Mentor – Die Leselernhelfer Niederrhein e.V. versteht sich als Initiative von Freiwilligen zur Förderung der Lese- und Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 15 Jahren, die aus bildungsfernen Schichten stammen oder einen Migrantenhintergrund haben und deren Eltern keine zusätzliche Nachhilfe finanzieren können. Also an Kinder und Jugendliche, die in unserer Gesellschaft bislang wenig Chancen haben. Die PISA-Studie hat gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen große Lücken in ihrer Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz haben. Andere Studien belegen, dass unsere Jugendlichen immer weniger lesen. Da aber Lesen eine Schlüsselqualifikation ist und Defizite im sprachlichen Bereich äußerst negative Folgen für die soziale Integration und berufliche Entwicklung haben und gleichzeitig unsere Bildungspolitik offensichtlich an ihre Grenzen stößt, setzt „Mentor – Die Leselernhelfer Niederrhein e.V.“ mit einer zusätzlichen Einzelförderung ein.

Die Arbeitsweise

Unsere MentorInnen arbeiten individuell mit Kindern, deutschen und solchen mit Migrationshintergrund, die aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Es handelt sich um Kinder, die am Ende des Erstleselehrgangs in der Grundschule (2. Hj. 2.Schuljahr) Defizite in der Lesefertigkeit (zu langsam/unsicher), dem Erfassen von Texten und in den grundlegenden Kenntnissen der deutschen Sprache haben. Dabei beschäftigt sich ein Erwachsener mit einem Kind einmal die Woche mindestens ein halbes Jahr lang in einem Raum in der Schule in der Regel im Anschluss an den Unterricht. Nach Absprache mit der Schule kann dies auch parallel zum Förderunterricht oder bei moslemischen SchülerInnen während des Religionsunterrichts stattfinden. Die Auswahl förderbedürftiger und förderwilliger, sozial benachteiligter Kinder wird ausschließlich von den Lehrkräften der Schule und nur mit Zustimmung der Eltern vorgenommen. Es werden nicht nur altersgemäße Texte jeglicher Art gelesen, sondern auch atmosphärisch positive Situationen (positive Rituale) geschaffen und altersangemessene Spiele oder Konzentrationsübungen angeboten. Über das Gelesene wird gesprochen, denn Sprechen ist für das Leseverständnis ausgesprochen wichtig. Darüber hinaus kann es auch sinnvoll sein, unterrichtsrelevante Texte zu lesen, denn schneller und direkter Erfolg verstärkt die Motivation. Der Mentor oder die Mentorin hat im Kontakt mit den Lehrkräften die Gelegenheit, gezielt auf die Stärken und Schwächen des Kindes beim Lesen, Sprechen und Schreiben einzugehen. Wichtig für uns bleibt allerdings, dass die Begegnung zwischen Mentor und Kind nicht als Nachhilfe üblicher Art missverstanden wird.

Die Mentorinnen und Mentoren

Unsere Mentorinnen und Mentoren müssen keine besondere pädagogische Ausbildung haben. Aber sie sollten selbst gern lesen, Kinder mögen und Freude an sprachlicher Betätigung haben. Sie sollten gut zuhören und erzählen können und bereit sein, einem jungen Menschen zu helfen. Sie arbeiten ehrenamtlich und ohne Fahrtkostenerstattung. Sie sind Mitglieder unseres Vereins und genießen dadurch Versicherungsschutz, brauchen aber keinen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Sie werden in Ihrer Arbeit begleitet und unterstützt durch einen vom Vorstand beauftragten Betreuer, der sie auch inhaltlich auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Die Finanzen

Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und den (geringen) Beitrag der fördernden Mitglieder. Wir sind gemeinnützig und wollen unsere Finanzmittel einsetzen, um für unsere Initiative zu werben, laufende Kosten zu bestreiten und unsere Mentorinnen und Mentoren fortzubilden.